Wildtier im Dauerstress

Fuchs
© Net for Animal Freedom / flickr.com
 

ACHTUNG!

Die beiden folgenden Filme zeigen harte Tatsachen und sind deshalb nicht für jedermann geeignet!

 

Pelzfarmen Teil 1

 

Pelzfarmen Teil 2

 

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    Der Rotfuchs / Silberfuchs in der Farmhaltung

    Es versteht sich, dass das Wohlbefinden eines Tieres mit so komplexem Sozialverhalten in den kahlen Behausungen einer Pelztierfarm in keiner Weise gewährt ist. Die Käfige haben normalerweise 0,6 bis maximal 2 m² Grundfläche und sind 60 bis 75 cm hoch. Für ein Tier, das natürlicherweise ein ausgedehntes Territorium bewohnt und grosse Strecken zurücklegt, ist das nicht artgerecht. Die Käfige sind weltweit standardisiert, weisen Drahtgitterböden auf und sind überhaupt nicht strukturiert. In einigen Ländern wird eine Liegeplattform empfohlen, damit die Füchse die Umgebung beobachten können. Diese Plattform ist aber wie der Käfigboden aus Drahtgitter. Diese Böden führen zu Verletzungen und Deformierungen der Pfoten. Studien haben gezeigt, dass Rotfüchse Sand- und Torfböden bevorzugen, wenn sie die Wahl haben. Die eintönige und reizlose Umgebung ohne Möglichkeit, die natürlichen Verhaltensweisen auszuleben, führt zu verschiedensten Verhaltensstörungen wie zum Beispiel endlosem Hin- und Herlaufen.

     

    Mit 8 Wochen werden die Jungen von der Mutter getrennt und bis zur 10. Woche unter Geschwistern gehalten. Auch das entspricht nicht der Biologie des Tieres. Danach werden sie einzeln oder als Paare (Männchen und Weibchen) gehalten.

     

    Eine Nestbox steht den Füchsen nur für die Geburt der Jungen zur Verfügung. Während der restlichen Zeit haben sie keine Möglichkeit, sich zurückzuziehen und zu verstecken. Dies führt zu andauerndem Stress bei den ängstlichen Tieren. Denn nicht nur die Menschen auf der Farm lösen Angst aus, sondern auch die unnatürliche Nähe zu fremden Artgenossen. Die dichten Käfigreihen stellen ein statisches soziales Gefüge dar. Damit stehen die Rotfüchse mit ihrem hoch entwickelten Sozialverhalten mit Rangordnung unter Dauerstress, weil sie den Abstand untereinander nicht selber bestimmen können und keine Rückzugsmöglichkeit haben. Dies führt so weit, dass rangniedrige Füchsinnen häufig ihren Nachwuchs töten. Dabei verstümmeln sie die Jungen oft, bevor sie sie totbeissen. Zur räumlichen Nähe kommen dabei noch Gerüche von Artgenossen und der Kothaufen unter den Käfigen als Stressfaktoren hinzu. Für ein Tier, das einen so ausgeprägten Geruchssinn aufweist und auf Duftmarkierungen reagiert, stellt das eine grosse Belastung dar.

     

    Die menschenscheuen Rotfüchse werden für Zucht, Pelzmessung, Medikamentengabe, Käfigwechsel und anderes regelmässig aus dem Käfig genommen (meistens mit Greifzangen). Die Tiere reagieren darauf mit Angst. Dieser enorme Stressfaktor könnte durch Angewöhnung in kleinem Masse verringert werden. Dafür müsste ein Mensch jedoch von Geburt der Tiere an geduldig und regelmässig Zeit mit ihnen verbringen. Dies ist aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen und wird nicht einmal in den Pelztierfarmen von relativ fortschrittlichen Ländern praktiziert.